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Linie 18G
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top
| OstbahnhofâGumpendorfer StraĂe | OstbahnhofâGumpendorfer StraĂe |
|---|---|
| Gumpendorfer StraĂeâHeiligenstadt | Gumpendorfer StraĂeâHeiligenstadt |
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Die Linie 18G der Wiener Verkehrsbetriebe (WVB), die bis 1942 noch unter Gemeinde Wien â stĂ€dtische StraĂenbahnen (WStB) firmierten, war eine circa elf Kilometer lange, kombinierte StraĂenbahn- und Eisenbahn-Linie im Wiener Stadtgebiet. Sie gilt als frĂŒhe Form der VerknĂŒpfung zwischen den beiden Verkehrsmitteln und verkehrte von 1925 bis 1945. Die Linie 18G verband die Wiener StraĂenbahn mit der Wiener Elektrischen Stadtbahn, die ab 1925 beide vom gleichen Unternehmen betrieben wurden. Aufgrund des Systemwechsels bei der Station Gumpendorfer StraĂe galten fĂŒr die mit Stadtbahnwagen der Typen N, n und n1 bediente Linie 18G eine ganze Reihe betrieblicher Besonderheiten, die aus den verschiedenen Vorschriften fĂŒr StraĂenbahnen beziehungsweise Eisenbahnen sowie örtlichen Gepflogenheiten resultierten.
Contents
âą Beschreibung
âą Geschichte
âą Hintergrund
âą Einstellung
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Beschreibung
Die auch Ăbergangslinie,cite-ref-horn141-1-0[1] Durchgangslinie,cite-ref-spaengler1927-2-0[2] StraĂenbahneinschleifungslinie,cite-ref-3[3] Einschleifungsliniecite-ref-4[4] oder Hybridliniecite-ref-5[5] genannte Linie 18G begann am SĂŒd- und Ostbahnhof auf dem damaligen Ghegaplatz. Von dort aus folgte sie, zunĂ€chst im öffentlichen StraĂenraum, der Strecke der StraĂenbahnlinien 18 und 118 auf dem Wiedner GĂŒrtel, dem MargaretengĂŒrtel und dem Gumpendorfer GĂŒrtel westwĂ€rts. An der Abzweigstelle Gumpendorfer StraĂe, rund 70 Meter nördlich der Otto Wagnerâschen Hochbahnstation gelegen, wechselte sie schlieĂlich, nach circa vier Kilometern und damit etwas mehr als einem Drittel der Strecke, auf die sogenannte GĂŒrtellinie der Stadtbahn. Die Einrichtung der VerknĂŒpfung an dieser Stelle war gĂŒnstig, weil die GĂŒrtellinie dort aus Richtung Meidling-HauptstraĂe kommend von einer Hochbahn zu einer Tiefbahn wechselt, und sich somit kurz auf StraĂenniveau befindet.cite-ref-6[6] FĂŒr die Linie 18G mussten an diesem Nullpunkt des Stadtbahn-Einschnitts dessen Futtermauern auf rund 30 Metern LĂ€nge abgebrochen und derart neu aufgemauert werden, dass sie eine symmetrisch zur Stadtbahnachse liegende, trichterförmige Erweiterung bilden, wie dies zur FĂŒhrung des Einfahrts- und Ausfahrtsgleises erforderlich war.cite-ref-ehrenreich16-40-7-0[7]
Auf der GĂŒrtellinie fuhr der 18G anschlieĂend in nördliche Richtung, jetzt straĂenunabhĂ€ngig und ab der heutigen Station ThaliastraĂe wieder als Hochbahn auf den sogenannten Stadtbahnbögen trassiert, um nach knapp sieben weiteren Kilometern schlieĂlich den Endbahnhof Heiligenstadt zu erreichen. Die Linienbezeichnung 18G ist somit eine Zusammensetzung aus der StraĂenbahnliniennummer 18 und dem Linienbuchstaben G fĂŒr die GĂŒrtellinie.cite-ref-public-transport-8-0[8] Als Kurs-Bezeichnungen wurden die bei der Stadtbahn ĂŒblichen Zugnummern verwendet. Hierbei waren den â anfĂ€nglich nur elf â Regelkursen der Linie 18G die Nummern 41, 43, 45, 47, 49, 51, 53, 55, 57, 59 und 61 zugeteilt. Ab dem 5. Juli 1927 waren es dann zwölf Kurse mit den Nummern 61 bis 72, wobei dieser Block bei Bedarf bis 77 erweitert wurde.
Insgesamt bediente die im Acht-Minuten-Takt verkehrende Linie 18G auf diese Weise 21 Stationen, wobei 14 im StraĂenbahnnetz und sieben auf der Stadtbahnstrecke lagen. Das heiĂt, im StraĂenbahnbereich war der mittlere Stationsabstand mit etwa 300 Metern deutlich geringer wie auf dem Stadtbahnabschnitt, wo er etwa einen Kilometer betrug. Dabei waren die Haltestellen auf der Stadtbahn Pflichthaltestellen, wĂ€hrend im StraĂenbahnnetz nur nach Bedarf gehalten wurde. DarĂŒber hinaus konnte auf der signalgesicherten Stadtbahnstrecke, wo 40 km/h zulĂ€ssig waren, schneller gefahren werden als beim Fahren auf Sicht im StraĂenbahnnetz, bei dem die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit nur 30 km/h betrug. Die Fahrzeit ĂŒber die Gesamtstrecke betrug 35 Minuten im Jahr 1932 und 34 Minuten im Jahr 1941.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10] Die Linie 18G profitierte ferner davon, dass ihr auch im StraĂenbereich ein weitgehend separierter Gleiskörper zur VerfĂŒgung stand.cite-ref-11[11] So erreichte sie die sehr hohe mittlere Reisegeschwindigkeit von 16 km/h.cite-ref-spaengler1927-2-1[2] Auf den Stadtbahn-NetzplĂ€nen war die Linie 18G anfangs schwarz gestrichelt aufgefĂŒhrt, bevor sie zum 1. Dezember 1933 die Kennfarbe grĂŒn zugeteilt bekam.
Im Bereich des Verkehrsknotens Gumpendorfer StraĂe / Sechshauser StraĂe erfolgte der Fahrgastwechsel dabei noch beziehungsweise schon im StraĂenraum, da die kreuzungsfreie Ein- und AusfĂ€delung ja erst etwas nördlich der Stadtbahnstation erfolgte. Im Systemwechselbereich befanden sich ferner zwei zweiflĂŒgelige Gittertore, diese sogenannten Gleistore wurden wĂ€hrend der nĂ€chtlichen Betriebspause geschlossen.cite-ref-wienerstadtwerke-12-0[12]cite-ref-ehrenreich16-40-7-1[7] Obwohl ausschlieĂlich Zweirichtungsfahrzeuge zum Einsatz kamen, fuhr die Linie 18G de facto bereits damals im Einrichtungsbetrieb, weil an beiden Endstationen Wendeschleifen zur VerfĂŒgung standen.
Geschichte
Hintergrund
Bei der 1898 erfolgten Inbetriebnahme der Wiener Dampfstadtbahn durch die Commission fĂŒr Verkehrsanlagen in Wien und die k.k. Staatsbahnen standen eher militĂ€rstrategische Ăberlegungen im Vordergrund. Die Verbesserung innerstĂ€dtischer Verkehrsbeziehungen spielte damals hingegen nur eine untergeordnete Rolle; die Absicht, eine Stadtbahnlinie auf einem Viadukt ĂŒber den extra breiten SĂŒdgĂŒrtel zu fĂŒhren, blieb unausgefĂŒhrt. Sie hĂ€tte zunĂ€chst â wie die spĂ€tere Linie 18G â von der Gumpendorfer StraĂe aus ĂŒber den Gaudenzdorfer GĂŒrtel zum Bahnhof Matzleinsdorf gefĂŒhrt, von dort eventuell weiter ĂŒber den Laaer Berg zur Ostbahn. Da die Hochbauten der wichtigeren Strecken wegen der von Otto Wagner geforderten architektonischen QualitĂ€t wesentlich teurer geraten waren als geplant, kam diese Strecke jedoch nicht mehr zur AusfĂŒhrung.
Erst mit der Ăbernahme des Stadtbahnbetriebs durch die Stadt Wien ergab sich ab 1925 die Möglichkeit, diesen Geburtsfehler zumindest teilweise zu beheben. Der fortan praktizierte Einsatz von â nur geringfĂŒgig adaptierten â klassischen StraĂenbahnfahrzeugen im Stadtbahnbetrieb erleichterte zudem das Vorhaben, StraĂenbahn und Stadtbahn besser miteinander zu verzahnen. So gelang es mit der Linie 18G ab dem 20. Oktober 1925, die vier groĂen Kopfbahnhöfe Wiens umsteigefrei zu verbinden. Dies waren der SĂŒd- und Ostbahnhof am Ghegaplatz, der Westbahnhof und der Franz-Josefs-Bahnhof am Endbahnhof Heiligenstadt. Doch obwohl es sich um eine sehr kundenfreundliche und technisch ausgereifte Lösung handelte, wurde sie damals arg kritisiert. Die Kritiker unterstellten der Gemeinde Wien sogar, sie hĂ€tten die Verbindung nur deswegen eingerichtet, damit der âroteâ Paradebezirk Favoriten auch etwas von der elektrischen Stadtbahn hĂ€tte.cite-ref-13[13]
Die Ăbergangslinie 18G begĂŒnstigte darĂŒber hinaus auch das Umsteigen vom GĂŒrtel nach der Unteren Wientallinie bei der Station MargaretengĂŒrtel und auf die Radiallinien der StraĂenbahn, womit sich viele ganz neue Verkehrsbeziehungen eröffneten.cite-ref-ehrenreich62-64-14-0[14]
Letztlich blieb der 18G die einzige Kombinationslinie, ein zeitweise geplanter zweiter Systemwechsel im Bereich der Stadtbahnstation Hietzing â von wo aus auf StraĂenbahngleisen weiter nach Mödling in Niederösterreich gefahren werden sollte â kam nicht mehr zu Stande. UnabhĂ€ngig von der Linie 18G kamen Stadtbahnwagen vereinzelt aber schon ab 1926 auch im reinen StraĂenbahnbetrieb zum Einsatz.cite-ref-15[15]
Betriebliche Besonderheiten
Da auf der Stadtbahn stationĂ€r mittels örtlichem Personal und Bahnsteigsperren abgefertigt wurde, stiegen die StraĂenbahnschaffner in Fahrtrichtung Heiligenstadt bereits vorzeitig an der Station Burggasse aus. Dort wechselten sie anschlieĂend auf einen Gegenzug, als Expedit diente ihnen das GebĂ€ude des ehemaligen Blockpostens 8 G am Bahnsteig 1.cite-ref-horn153-16-0[16] Ersatzweise stieg schon an der Haltestelle Gumpendorfer StraĂe ein Stadtbahn-Triebfahrzeugbegleiter ein und in Richtung SĂŒd- und Ostbahnhof dort entsprechend wieder aus.cite-ref-st-dtewerk-17-0[17]
Des Weiteren musste der im StraĂenbereich vorgeschriebene Fangkorb im Stadtbahnbereich fest arretiert sein, um BeschĂ€digungen zu vermeiden. Dies geschah anfangs recht mĂŒhsam durch Ăberheben. Ab dem 31. MĂ€rz 1926 wurde er mit einem querverschiebbaren Riegel fixiert, der die Auslösestange des Fangkorbs festhielt. Zur BetĂ€tigung des Riegels diente ein Handgriff am linken vorderen Auftritt. Als Anzeige fĂŒr die Verriegelung wurde eine rechteckige weiĂe Tafel sichtbar. Ab 29. Oktober 1926 gab es auch Triebwagen, bei denen die Fangkorbstellung vom FĂŒhrerstand aus mit einem aufsteckbaren Umkehrhebel betĂ€tigt werden konnte.cite-ref-horn139-18-0[18]
Des Weiteren verkehrte die Linie 18G auf der Stadtbahnstrecke unter einer Fahrspannung von 750 Volt Gleichstrom, wĂ€hrend es im StraĂenbahnabschnitt damals nur 550 Volt waren â was eine entsprechend gedrosselte Motorleistung zur Folge hatte. Zudem mussten die TĂŒren auf der Stadtbahnstrecke wĂ€hrend der Fahrt geschlossen bleiben, wĂ€hrend dies im StraĂenbahnverkehr damals noch nicht zwingend vorgeschrieben war. Darauf wiesen spezielle Schilder mit folgendem Text hin:
âAuf der Stadtbahn TĂŒren schlieĂen! Nicht öffnen bevor der Wagen stillsteht!âcite-ref-19[19]
Ab dem 17. JĂ€nner 1933 standen auch den TriebfahrzeugfĂŒhrern auf der Stadtbahn einfache Stecksitze in Sattelform zur VerfĂŒgung.cite-ref-horn143-20-0[20] Sitzende LokomotivfĂŒhrer waren in den FĂŒhrerstĂ€nden vieler anderer elektrischer Eisenbahntriebfahrzeuge damals schon lĂ€nger ĂŒblich. Im Gegensatz dazu musste aber, entsprechend den damaligen Vorschriften, im StraĂenbahnbetrieb noch einige Jahre lĂ€nger stehend gefahren werden. Die reinen StraĂenbahnwagen erhielten in Wien erst ab 1941 Fahrersitze. Deshalb nahm bei der Linie 18G der aussteigende Triebfahrzeugbegleiter an der Gumpendorfer StraĂe â wo aus dem TriebfahrzeugfĂŒhrer nominell ein StraĂenbahnfahrer wurde â aus SicherheitsgrĂŒnden einige Jahre lang den abnehmbaren Fahrersitz mit.
FĂŒr den Betrieb der Linie 18G war ferner ein Teil der Stadtbahnwagen auĂerhalb der zwei â ab 1927 drei â Stadtbahn-Betriebsbahnhöfe beheimatet. Dies betraf zunĂ€chst 20 N+n+n-DreiwagenzĂŒge, die ab dem 22. Dezember 1925 im StraĂenbahn-Betriebsbahnhof Meidling in der AĂmayergasse 35 stationiert waren, der schlieĂlich 1932 aufgelassen wurde.cite-ref-21[21] Ansonsten stellten die Stadtbahn-Betriebsbahnhöfe Heiligenstadt und Michelbeuern die Fahrzeuge der Linie.
Des Weiteren waren die Stadtbahnwagen nicht mit den im Wiener StraĂenbahnverkehr ĂŒblichen Brustwandtafeln unter der Frontscheibe ausgestattet, dies galt auch fĂŒr die Linie 18G. Analog zu den reinen StadtbahnzĂŒgen besaĂen auch die Triebwagen der Linie 18G seitlich Zugnummerntafeln, am ersten Beiwagen hing darĂŒber hinaus ein Schild mit der Aufschrift Raucher. AuĂerdem waren die auf der Linie 18G eingesetzten Wagen durch ihre im April 1929 eingefĂŒhrte rote Stadtbahnlackierung bereits von weitem von den rot-weiĂen StraĂenbahnwagen zu unterscheiden.
Eine weitere Neuerung im StraĂenbahnnetz stellten die Scherenstromabnehmer der Stadtbahnwagen dar, wĂ€hrend die reinen StraĂenbahnwagen noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg ausschlieĂlich mit LyrabĂŒgeln fuhren. Auf der Stadtbahn durften ferner schon ab dem 6. September 1926 Hunde mitgenommen werden, wĂ€hrend dies bei der StraĂenbahn noch bis 1931 untersagt war.cite-ref-horn171-22-0[22] Ob diesbezĂŒglich fĂŒr die Linie 18G eine Sonderregelung bestand ist nicht ĂŒberliefert. Nicht zuletzt mussten die Triebwagen fĂŒr den StraĂenbahnabschnitt Weichenstelleisen mitfĂŒhren.
Die EinfĂŒhrung des neuen stadtweiten Zonen- und Sektorentarifs fĂŒhrte ab dem 1. Dezember 1933 auch noch zu einer tariflichen Besonderheit auf der Linie 18G. Denn der gleichzeitig eingefĂŒhrte Kurzstreckentarif zu 20 Groschen galt generell nicht auf der Stadtbahn, auf der Linie18G war er demnach nur im StraĂenbahnabschnitt gĂŒltig. Auf diesem konnten die vergĂŒnstigten Fahrkarten entweder auf der Teilstrecke Gumpendorfer StraĂeâMatzleinsdorfer Platz oder auf der Teilstrecke Matzleinsdorfer PlatzâSĂŒd- und Ostbahnhof genutzt werden.cite-ref-23[23]
KapazitÀtsprobleme an Sonn- und Feiertagen durch die begrenzte ZuglÀnge
Eine negative Folge des Mischbetriebs war die begrenzte ZuglĂ€nge bei der Linie 18G. WĂ€hrend auf den reinen Stadtbahnlinien vergleichsweise lange ZĂŒge aus bis zu neun Wagen â darunter bis zu drei Triebwagen in Mehrfachtraktion â fuhren, konnte die Linie 18G aufgrund der kĂŒrzeren Bahnsteige und den sonstigen Gepflogenheiten im StraĂenbahnnetz nur mit maximal drei Wagen verkehren. In der Anfangszeit handelte es sich hierbei um einen N-Triebwagen und zwei n-Beiwagen, wobei sich letztere aufgrund ihres schweren Laufgestells fĂŒr den StraĂenbahnbetrieb als wenig geeignet erwiesen. Ab dem 19. April 1926 kamen daher auf der Linie 18G nur noch die leichteren n1-Beiwagen zum Einsatz.cite-ref-horn159-24-0[24] Die im reinen Stadtbahnbetrieb teilweise auch bei kurzen DreiwagenzĂŒgen ĂŒbliche Reihung TriebwagenâBeiwagenâTriebwagen fand im Mischverkehr hingegen keine Verwendung, das heiĂt im StraĂenbahnnetz gab es damals generell noch keine Mehrfachtraktion.
Nachdem sich die elektrifizierte Stadtbahn als erfolgreicher als erwartet erwies, stieĂen die kurzen ZĂŒge der Linie 18G schnell an ihre KapazitĂ€tsgrenze. UrsĂ€chlich hierfĂŒr war nicht zuletzt ein, ebenfalls am 20. Oktober 1925 eingefĂŒhrter, Gemeinschaftstarif mit der StraĂenbahn. Schon am 27. Oktober 1925 wurde daher ein Ansuchen an die zustĂ€ndige Aufsichtsbehörde gestellt, auf der Linie 18G bei entsprechender Frequenz mit FĂŒnf-Wagen-ZĂŒgen ins StraĂenbahnnetz ĂŒberwechseln zu dĂŒrfen. Am 6. November 1925 fand eine Versuchsfahrt eines solchen Zuges zwischen Idagasse, die seit 1936 Pater-Schwartz-Gasse heiĂt, und SĂŒd- und Ostbahnhof statt. Daraufhin erteilten die Behörden der Gemeinde Wien â stĂ€dtische StraĂenbahnen eine probeweise Genehmigung fĂŒr drei Monate. Aus nicht nĂ€her bekannten GrĂŒnden kam es jedoch zu keinem praktischen Einsatz solcher ZĂŒge.cite-ref-horn156-157-25-0[25] Alternativ wurde der Betrieb der Linie 18G ab dem 14. Feber 1926 an Sonn- und Feiertagen nachmittags zugunsten der Stadtbahnlinie G eingestellt,cite-ref-horn153-16-1[16] um den seinerzeit starken Ausflugsverkehr an arbeitsfreien Tagen bewĂ€ltigen zu können.
Doch auch die samstĂ€glichen FuĂballspiele im Stadion Hohe Warte sorgten fĂŒr KapazitĂ€tsprobleme auf der Linie 18G. Hierzu fuhr sie ab dem 20. MĂ€rz 1926 mit Sechs-Wagen-ZĂŒgen in der Reihung TriebwagenâBeiwagenâBeiwagenâTriebwagenâBeiwagenâBeiwagen in Heiligenstadt los, die im Verbindungsgleis an der Gumpendorfer StraĂe in zwei Drei-Wagen-ZĂŒge aufgeteilt wurden und anschlieĂend hintereinander weiter zum SĂŒd- und Ostbahnhof fuhren. In der Gegenrichtung wurden die beiden kurzen ZĂŒge an der Idagasse, heute Pater-Schwartz-Gasse, wieder zu einem langen Zug vereinigt. Diese Betriebsform existierte bis 1934.cite-ref-horn157-26-0[26]
KurzfĂŒhrung bis Alser StraĂe (1927)
Die Linie 18G war von Beginn an beliebt. Bereits 1927 ergaben ZĂ€hlungen, dass sie der Stadtbahn jĂ€hrlich rund zehn Millionen FahrgĂ€ste zufĂŒhrte, die sonst zum groĂen Teil auf der parallel verlaufenden StraĂenbahnlinie weiter gefahren wĂ€ren.cite-ref-spaengler1927-2-2[2] Doch fĂŒhrte dies auch in den werktĂ€glichen Hauptverkehrszeiten zunehmend zu KapazitĂ€tsproblemen. Deshalb fuhr die Linie 18G ab dem 5. Juli 1927 im Berufsverkehr nicht mehr nach Heiligenstadt, stattdessen war die Station Alser StraĂe der letzte Halt auf der GĂŒrtellinie. Ersatzweise verkehrte wiederum die Stadtbahnlinie G nach Heiligenstadt. Nach der Alser StraĂe verlieĂen die kurzgefĂŒhrten ZĂŒge der Linie 18G beim Stadtbahn-Betriebsbahnhof Michelbeuern, wo hierfĂŒr an der EinmĂŒndung der Schumanngasse eine zusĂ€tzliche Ăberleitstelle zur VerfĂŒgung stand, die Stadtbahnstrecke und nutzten anschlieĂend den öffentlichen StraĂenraum zu einer Schleifenfahrt via ĂuĂerer und Innerer WĂ€hringer GĂŒrtel zurĂŒck zum Betriebsbahnhof Michelbeuern.cite-ref-horn153-16-2[16] Die Stadtbahnstrecke wurde dabei im Zuge der UnterfĂŒhrung auf Höhe der SchopenhauerstraĂe beziehungsweise der Severingasse unterquert,cite-ref-18g-28-0[28] die RĂŒckkehr ins Stadtbahnnetz erfolgte ĂŒber eine weitere neue Rampe vom Inneren WĂ€hringer GĂŒrtel aus, die sich auf Höhe der Markthalle Michelbeuern befand. Insgesamt standen der Linie 18G damit vier Verbindungsgleise mit einer GesamtlĂ€nge von 892 Metern zur VerfĂŒgung:cite-ref-29[29]
âą Stadtbahn > StraĂenbahn bei der Gumpendorfer StraĂe: 188 Meter
âą StraĂenbahn > Stadtbahn bei der Gumpendorfer StraĂe: 148 Meter
âą Stadtbahn > StraĂenbahn bei der Schumanngasse: 116 Meter
âą StraĂenbahn > Stadtbahn bei der Severingasse: 440 Meter
Im Bereich der Schleifenfahrt in Michelbeuern, die mit FahrgĂ€sten erfolgte, lagen die drei zusĂ€tzlichen StraĂenbahnhaltestellen Kreuzgasse (feste Haltestelle), SchopenhauerstraĂe (nur Linie 18G) und Severingasse. An Letzterer fand auch der Endaufenthalt statt, obwohl die ZĂŒge mit âAlser StraĂeâ betafelt waren. Zu Zeiten der KurzfĂŒhrung zur Severingasse, die mit einem gestrichenen Liniensignal gekennzeichnet war, blieben die StraĂenbahnschaffner dabei durchgehend im Zug, unter anderem um die Hebelweiche am GĂŒrtel zu bedienen. Trotzdem stieg an der Gumpendorfer StraĂe wie gewohnt der Stadtbahn-Triebfahrzeugbegleiter zu, womit das Zugpersonal bis zur Burggasse aus fĂŒnf Personen bestand.cite-ref-horn153-16-3[16] BezĂŒglich Fahrersitz und Fangkorb galten auch auf der Schleifenfahrt via WĂ€hringer GĂŒrtel die gleichen Regeln wie im Abschnitt SĂŒd- und OstbahnhofâGumpendorfer StraĂe.
Ein weiteres betriebliches Problem war das spezielle Radreifenprofil der Stadtbahnwagen. Schon nach relativ kurzer Zeit stellte sich heraus, dass dieses auf den StraĂenbahnabschnitten im Bereich von Weichen und Kreuzungen Schwierigkeiten bereitete. Um die AbnĂŒtzung zu verringern, stattete die WStB daher zwischen 1928 und 1935 die auf der Linie 118 eingesetzten StraĂenbahngarnituren mit Stadtbahnradreifen aus.cite-ref-30[30] AuĂerdem betrug der Radreifeninnenabstand, das heiĂt die Aufkeilungsweite, bei der Stadtbahn 1380 und bei der StraĂenbahn 1390 Millimeter.cite-ref-31[31]
Nach dem âAnschlussâ Ăsterreichs von 1938
Nach dem âAnschlussâ an das Deutsche Reich am 12. MĂ€rz 1938 wurde in der Nacht vom 18. auf den 19. September 1938 der Wiener StraĂenverkehr und damit auch das StraĂenbahnnetz von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt. Die Wiener Stadtbahn blieb davon unberĂŒhrt, wie viele andere österreichische Eisenbahnstrecken verkehrte sie noch viele weitere Jahrzehnte lang im gewohnten Linksverkehr.
Infolgedessen mussten die ZĂŒge der Linie 18G ab 1938 nicht mehr das jeweilige Gegengleis der StraĂenbahn kreuzen, bevor sie in die Stadtbahnstrecke einfuhren (ĂuĂerer Mariahilfer GĂŒrtel) beziehungsweise kurz nachdem sie die Stadtbahnstrecke verlieĂen (Innerer Mariahilfer GĂŒrtel). FĂŒr die kurzgefĂŒhrten ZĂŒge bis Severingasse, die im Verlauf einer Fahrt sogar zweimal ihre Fahrseite wechseln mussten, entfielen entsprechend die Gleiskreuzungen auf dem ĂuĂeren WĂ€hringer GĂŒrtel (nach Verlassen der Stadtbahnstrecke) beziehungsweise auf dem Inneren WĂ€hringer GĂŒrtel (vor Wiedereinfahrt in die Stadtbahnstrecke) genau so wie die Gleiskreuzung an der EinmĂŒndung der SchopenhauerstraĂe in den WĂ€hringer GĂŒrtel.
Eine weitere Folge des âAnschlussesâ war die EinfĂŒhrung der deutschen StraĂenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BOStrab), die am 1. April 1938 in Kraft trat und ab dem 1. Juli 1938 auch in Ăsterreich galt. Eine direkte Folge davon war die Ausstattung der Triebwagen mit Fahrtrichtungsanzeigern ab dem 1. MĂ€rz 1939.cite-ref-32[32] Um Kosten zu sparen, bekamen von den insgesamt 180 Stadtbahntriebwagen jedoch nur die 25 Wagen mit den Nummern 2701â2706 und 2732â2750 solche. AuĂerdem verloren sie das schwere Vielfachkabel, das bei der Linie 18G lediglich zur Stromversorgung fĂŒr die Beiwagenbeleuchtung diente. Stattdessen wurden einpolige, sogenannte ZĂŒrcher Lichtkupplungen eingebaut. Dies geschah analog auch bei insgesamt 75 n1-Beiwagen mit den Nummern 5701â5775, die somit ebenfalls nicht mehr auf den reinen Stadtbahnlinien zum Einsatz kommen konnten.
Im Gegenzug war die Mehrzahl der Stadtbahnwagen fortan nicht mehr freizĂŒgig im StraĂenbahnnetz einsetzbar. Dies wiederum fĂŒhrte dazu, dass die nicht mehr im Mischverkehr eingesetzten Wagen ihre straĂenbahntypischen Zusatzeinrichtungen wie Dachglocken, Glockenriemen, Tastgitter und Fangkörbe sukzessive verloren.
Einstellung
Infolge des Zweiten Weltkriegs konnte die Linie 18G schon ab dem 16. Juli 1944 teilweise nicht mehr zur Severingasse fahren, alternativ wendete sie schon im Betriebsbahnhof Michelbeuern. Ab dem 11. September 1944 kam es dann immer wieder vor, dass die Linie 18G gar nicht mehr auf die Stadtbahnstrecke fuhr, sondern zwischen der Schleife Marsanogasse beim Betriebsbahnhof GĂŒrtel und dem SĂŒd- und Ostbahnhof pendelte und dabei gĂ€nzlich im StraĂenraum verblieb. Am 19. Feber 1945 musste sie dann komplett aufgelassen werden, bevor schlieĂlich zum 7. April auch der restliche Stadtbahnbetrieb eingestellt wurde, nachdem die StraĂenbahn schon seit dem 1. April nicht mehr fuhr.
Obwohl beide Verkehrsmittel ihren Betrieb recht bald wieder aufnahmen, die StraĂenbahn am 28. April 1945 und die Stadtbahn am 27. Mai 1945, blieb die Linie 18G dauerhaft eingestellt. Dies hing unter anderem auch damit zusammen, dass zum einen die schwer kriegszerstörte Strecke nach Heiligenstadt erst 1954 wieder in Betrieb gehen konnte und zum anderen die ab 1954 in Dienst gestellten Neubauwagen der Typen N1 und n2 nicht mehr zum Ăbergang ins StraĂenbahnnetz vorgesehen waren.
Die Gleisverbindung an der Gumpendorfer StraĂe war zwar â nach Beseitigung der KriegsschĂ€den â ab dem 19. November 1945 wieder verfĂŒgbar, diente fortan aber nur noch fĂŒr innerbetriebliche Zwecke und entfiel schlieĂlich mit der SchlieĂung des dortigen Stellwerks am 2. August 1965 komplett. Schon im November 1948 ging auĂerdem das Verbindungsgleis bei der Severingasse und 1956 auch jenes bei der Schumanngasse auĂer Betrieb. UnabhĂ€ngig davon waren aber noch bis zum 14. Juni 1968 Stadtbahngarnituren auf der StraĂenbahnlinie 60 im Einsatz.
Die VerknĂŒpfung beim Betriebsbahnhof Michelbeuern ist hingegen bis heute in Betrieb. Sie dient hauptsĂ€chlich dazu, die Fahrzeuge der U6 in die HauptwerkstĂ€tte der Wiener Linien in Simmering ĂŒberfĂŒhren zu können. Hierzu besitzen die ausschlieĂlich auf dieser Linie eingesetzten Triebwagen der Typen T und T1 als einzige Wiener U-Bahn-Fahrzeuge Fahrtrichtungsanzeiger.
Weblinks
âą Beschreibung der Linie 18G auf strassenbahnjournal.at
Einzelnachweise
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